Was ist Fantasy - Rollenspiel?


Wenn uns jemand fragt, was wir eigentlich die ganze Nacht machen wenn wir Fantasy - Rollenspiel spielen, haben wir ein Problem. Auch wenn wir nun schon seit einigen Jahren spielen, ist es dennoch schwer einem Laien kurz und bündig den Sinn vom Fantasy - Rollenspiel näher zu bringen: “Ja, also, jeder hat einen Charakter und einen Zettel mit Werten, auf die du deine Proben würfelst. Ausserdem spielt das in einer anderen Welt und einen Spielleiter gibt es auch. Verstanden?“ „Nein!“

„Schade!“...

Also, was ist es dann? Jeder hat bestimmt in der Schule oder im Beruf schon einmal ein „Rollenenspiel“ gemacht. Man schlüpft in eine Rolle und versucht diese so gut wie möglich darzustellen. Nichts anderes ist es beim Fantasy – Rollenspiel. Nur findet dieses Rollenspiel in einer frei erfundenen Welt statt. Unsere Welt Faerûn gleicht der Welt Mittelerde von J.R.R. Tolkien, in der die Geschichte „Der Herr der Ringe“ spielt.

Ein Spieler, nennen wir ihn den „Spielleiter“ (im Englischen:“Dungeon Master“, DM), übernimmt die Rolle von Herrn Tolkien. Er erzählt den anderen was gerade passiert und wo sie sich befinden.Die anderen Spieler schlüpfen jeweils in eine Rolle, die sie sich vor dem Spiel ausgesucht haben. Diese Rollen können ganz unterschiedlich sein. Der eine spielt gerne einen Kämpfer, der sich wagemutig den herannahenden Orks mit seinem Schwert stellt. Ein Anderer bevorzugt es einen Magiebegabten zu spielen und Probleme durch Zauber zu lösen.

Noch wieder ein anderer spielt gerne den Spitzbuben, der anderen Bürgern Faerûns das Geld aus der Tasche stiebitzt. Es gibt aber auch einige, die den Glauben Ihrer Gottheit (einer frei erfundenen) in die Welt tragen wollen.Hier werden den Spielern (fast) keine Grenzen gesetzt. Jeder Spieler entscheidet frei darüber, was sein Charakter macht und sagt. Und hier sind wir beim Rollenspiel. Ha, also sind wir schon mal ein kleines Stück in die Materie vorgedrungen.

Nur wie wird das Ganze organisiert, ohne dass ein großes Chaos ausbricht? Hierfür ist der Spielleiter zuständig. Er kennt den roten Faden und versucht diesen auch „entlangzuführen“. Manchmal klappt es, meistens nicht. Einfacher sollen es ihm die Regeln machen. Jeder Spieler bzw. Charakter hat verschiedene Fähigkeiten und Beschränkungen, welche von Rasse und Klasse des Charakters abhängen. Wir wollen aber nicht zu tief in das Regelwerk abrutschen. Für alle gilt, dass sie verschiedene Attribute haben. In unserem Regelsystem (Advanced Dungeons & Dragons) hat jeder Charakter sechs Grundwerte (Attribute): Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und "ich sag mal" Charisma. Diese Attribute sind bei jedem Charakter unterschiedlich und nehmen verschiedene Werte an. Weiterhin hat jeder Charakter Trefferpunkte (Lebensenergie), einen Angriffswert (wie gut kämpft er?) und spezielle Fertigkeiten. Auf all diese Werte kann man mit einem Würfel eine Probe machen. Entweder man besteht die Probe oder eben nicht. Ein Beispiel: Jeslick, der Zwerg, will seinen Elfenfreund Imrahil ein Klippe hinaufziehen. Elfen sind zwar leicht, aber es besteht eine Chance, dass Jeslick den Elfen nicht halten kann. Deshalb macht er eine Würfelprobe auf seinen Stärkewert. Schafft er diesen, kann er Imrahil die Klippe hinaufziehen. Schafft er den Wurf nicht, muss er den Elf leider loslassen.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Rollenspiels ist, dass jeder seinen Charakter so spielt, wie er ihn sich vorstellt und nicht wie er gerade gut in die Gruppe passt. Konflikte sind also vorausgesetzt und auch gewollt. Dadurch wird Rollenspiel interessant.

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