Ferdinand de Grave, Divine ,Paladin des TyrHeute vor fast 2 Dekaden war der Tag, an dem Roy und Johanna de Grave heirateten. Sie lebten in einem Dorf im Schneeflockengebirge. Das Schicksal meinte es nicht gut mit den beiden.
Der Ursprung:
Der Ort in dem Johanna and Roy aufwuchsen heißt Anklathar. Diese friedliche Gemeinde hatte etwa 200 Einwohner.Genau entlang des Dorfes lag ein Fluss den die einheimischen Goldstrom nannten. Den Namen erhielt dieser durch seine wundervolle Färbung, welche besonders im Herbst zum Vorschein kommt. Dann nämlich scheint die tief stehende Sonne in flachem Winkel aufs Wasser und der sandige Grund des Flusses spiegelt sich in warmen goldenen Tönen wider. Diese Tage im Herbst sind es auch, wo sich die Dorfbewohner an einer Lagerstätte am Fluss treffen und feiern. Einmal im Jahr findet dann ein großes Fest statt, zu dem Dorfbewohner und viele Leute aus der Umgebung von Anklathar kommen. An diesem Tag passieren tausende und abertausende Lachse den Fluss am Dorf, auf dem Weg zu ihrer Brutstätte etwas weiter Flussaufwärts. Das Wasser spritzt und kocht wenn die Menge der laichbereiten Fische an dem Dorf vorüberjagt. Die Leute jubeln den Lachsen zu und trinken bei dem Anblick auf Ihre eigene Freiheit! Doch das sollte sich ändern...
Die Eltern:
Roy und Johanna waren als Kinder einfacher Bauern aufgewachsen. Ihre Eltern hatten nicht viel, und so mussten sie Tagein und Tagaus auf dem Feld schuften. Die Familien waren schon damals befreundet, denn sie lebten in Nachbarschaft seit sich die Ältesten erinnern können. Johanna und Roy hatten in etwa dasselbe Alter und wuchsen zusammen auf. Es war eine harte Kindheit, denn auch die kleinsten hatten ihren Beitrag zu Leisten , damit man die Winter überleben konnte. Nach getaner Arbeit spielten die beiden zusammen, durchstreiften die Umgebung oder sangen und tanzten an Lagerfeuern die Abends errichtet wurden. Und so war es nicht verwunderlich, daß Roy und Johanna, als die beiden zu jungen Erwachsenen herangewachsen waren, am Tag der Lachswanderung mit dem Segen der beiden Familien den Bund der Ehe eingingen. Die beiden verließen ihre Elternhäuser um sich einen eigenen Hof aufzubauen und eine Zukunft anzustreben, wie sie seit jeher ihre Familien lebten. Im Jahr nach der Vermählung wurde Johanna schwanger. Die beiden waren überglücklich und freuten sich auf ihr erstes Kind. Neun Monate später war die Überraschung und auch die Freude doppelt groß, denn Johanna gebar Zwillinge. Ein Mädchen, sie nannten sie Sieglinde nach ihrer Urgroßmutter und einen Jungen, Ferdinand. Die ersten beiden Jahre nach der Geburt waren die schönsten im Leben der beiden und alles verlief so wie sie es sich immer erträumt hatten.
Die Wende:
6 Jahre danach, der Herbst wich dem Winter, kam ein einfacher Wanderer in das Dorf. Für die Bewohner von Anklathar nichts besonderes, denn etwa 2 Tagesreisen entfernt liegt die schwebende Seele. Die schwebende Seele ist ein großes Kloster, das Cadderly Bonaduche, ein Priester von Deneir errichtet hat. Viele Pilger kommen also durch das Dorf, um eine letzte Rast vor ihrem großen Ziel zu machen. Cadderly selbst kommt auch regelmäßig zu dem großen Fest und bringt seine schöne Frau Danica und seine Zwillinge mit. Mit ihm kommen auch zwei seltsame Zwerge. ihre Namen sind Ivan und Pikel. Der Wanderer war in einer langen braunen Kutte eingehüllt und eine Kapuze verdeckte sein gesamtes Gesicht. Gehalten wurde der Stoff durch eine Kordel die um den schlanken Bauch des Mannes gelegt war. Es viel auf, dass der Mann überdurchschnittlich kräftig war und sich sehr elegant bewegte. Seine Bewegungen und die Art der Sprache passte nicht zu seinem Äußeren. Er nahm sich ein Zimmer in dem einzigen Gasthof des Ortes und zahlte im voraus für eine ganze Woche. Zu dieser Jahreszeit war nicht viel los in Anklathar, denn das große Fest war vorüber und alle bereiteten sich gewissenhaft auf den anstehenden Winter vor. Der Winter hier war nicht sonderlich hart, doch waren zu dieser Jahreszeit die Güter knapp und das nächste größere Dorf lag mehr als eine Tagesreise entfernt. Nach etwa zwei Tagen, an denen der Wirt den Wanderer nicht gesehen oder gehört hatte, kam eine weitere Gruppe in dem Dorf an. Es war eine Gruppe von acht Leuten und sie bestand aus drei Frauen und fünf Männern. Gekleidet waren sie genau wie der Wanderer, der im Gasthof wohnte. Da nun eine große Gruppe auftauchte, wurden sie ein wenig genauer beachtet. Es fiel ein Symbol auf, welches alle Ankömmlinge auf ihren Kutten trugen. Es war ein Kreis, welcher aus den Köpfen von fünf Drachen bestand. Niemand im Dorf kannte dieses hübsche und ehrfürchtige Symbol, bis auf einen. Es war der bekannteste Mann im Dorf und er lebte in einer Kirche die er in dem Dorf errichtet hat. Sie war Tyr gewidmet. Im Dorf erzählt man sich, dass er früher viele Abenteuer bestritten hat. Aber niemand wusste genaues. Und wirklich, Tarl ist in einer Familie von Priestern des Tyr aufgewachsen. Er, seine Frau Shal die inzwischen gefallen ist, und sein Sohn Kern Miltiades haben einen Kampf für Tyr gefochten, indem es galt den Hammer des Tyr aus den Händen des Bösen Bane zu entreißen. Tarl schaffte es, den Hammer gegen die schwarzen Horden zu behaupten, verlor aber dabei sein Augenlicht. Der wohl schwerste Kampf den er bestreiten musste war der Kampf gegen einen Uralten bronzenen Drachen, der von dem Geist von Tyranthraxus beherrscht wurde.. Als die Bewohner von Anklathar ihm von den Wandern und insbesondere dem Symbol erzählten horchte er erschrocken auf. Plötzlich hörte er die bebenden Worte des riesigen und mächtigen Drachen wieder in seinen Ohren. Bevor dieser in dem Kampf besiegt wurde, waren seine letzen Worte: "Euch alle hier wird der Tod suchen, die dunkle Lady ist mit mir". "Nun ist es soweit" dachte Tarl Desanea bei sich und seine Sorge galt nicht sich selbst, sondern dem ganzen Dorf. Er hatte schon von einer vermehrten Aktivität des Kults des Drachen in dieser Gegend gehört. Aber niemals hatte er daran gedacht, dass es etwas mit ihm zu tun haben könnte. Sofort rief er heimlich einen Bauernjungen zu sich, der als guter Reiter bekannt war. Er wusste das die Zeit knapp war, aber er musste alles versuchen um Hilfe zu holen. Und so schickte er den Jungen mit dem nötigsten Proviant zur erhebenden Bibliothek mit einem Brief für Cadderly. Er konnte jetzt nichts mehr tun als zu warten und zu hoffen. Er wäre der größte Fehler gewesen die Ankömmlinge wissen zu lassen, daß man wusste wer sie waren.
Das Grauen beginnt:
Er stand wie versteinert da, als ein kleiner untersetzter Mann fröhlich pfeifend sein Haus betrat. In seiner Hand trug er eine kleine Holzkiste. Auf ihr war das Symbol des Drachenkultes, das Symbol der Tiamat. Der Mann überreichte ihm das Paket und fügte fröhlich: "Ein Geschenk der Wanderer hinzu". Tarl versteinerte. Er schickte den Mann aus seinem Haus und der Bote des Wirtes gehorchte, obwohl man ihm die Enttäuschung ansah, nicht dabei zu sein wenn Tarl das Paket aufmachte. Er konnte froh sein! Tarl tastete die Kiste kurz ab. Nachdem er so sicher war, wie ein blinder Mann sein konnte, daß sich keine Fallen an der Kiste befanden, öffnete er sie. Das erste was er fühlte als er hineingriff, war die Schriftrolle, die er dem Jungen gegeben hatte, um sie zu Cadderly zu bringen. Als er sie gerade anheben wollte, fühlten seine Finger etwas weiches. Haare? Er warf den Brief weg und tastete vorsichtig weiter. Er war geschult im Tasten und wusste sofort was sich in der Kiste befand. Unter dem Brief lag der abgetrennte Kopf des Jungen. In seine Wangen war das Symbol der Tiamat geritzt. Er spürte es genau mit seinen empfindliche Fingerspitzen. Tarl dachte darüber nach, was er tun konnte. Er war ein guter Kämpfer, aber nun war er nicht mehr der jüngste und er war blind und allein. Da kam ihm eine Idee. Er kramte in einer alten Kiste, die er seit Jahren nicht mehr geöffnet hatte, herum. Nach kurzem suchen zog er einen Behälter heraus, der einige Schriftrollen beinhaltete. Diese Schriftrollen waren etwas ganz besonderes, denn sie waren nicht beschrieben, sondern hatten auf der Oberfläche jede Menge Erhebungen. Gefertigt wurden sie von einem noch mächtigeren Priester, der in dem gleichen Kloster wie Tarl gelebt hatte. Er konzentrierte sich kurz und las die Schriftrolle mit seinen Fingerspitzen. Den Zauber auf dem Papierstück hatte er schon früher gewirkt um einen Adler herbeizurufen. Und es klappte erneut. In dem Moment, in dem er das Fenster öffnete, schwebte auch schon ein Adler herab und setzte sich, auf Aufgaben wartend, auf das Fensterbrett. Geschwind band er dem Adler den Brief um und gab ihm auf telepathischem Wege den Auftrag in zur Bibliothek zu bringen. Der Adler schwang sich in die Luft und war schnell außer Sichtweite(Was Tarl aber eh nicht sehen konnte). Dann sackte er zusammen und fühlte sich hilflos. Was sollte er tun außer zu warten und zu hoffen, dass der Adler schnell zu Cadderly kommen würde. Er ging zu einer großen Vitrine indem eine schillernde Rüstung aufgebahrt war. Sie trug das Zeichen des Tyr, eine Waage, die auf einem Kriegshammer ruhte. Daneben stand ein schwerer, reich verzierter Kriegshammer...
Cadderly und Danica:
Cadderly Bonaduce ist ein Mann mittlerem Alters. Er lebt in einer riesigen Bibliothek, die man auch die schwebende Seele nennt. Als Cadderly noch ein Junge war, wurde er in die Bibliothek gebracht, und die Priester dort erkannten schnell sein außergewöhnliches Talent. Er hatte einen sehr scharfen Geist, ein überaus gutes Gedächtnis und eine große - für die Priester fast schon zu große- Neugier auf alles was um ihn herum passierte. Er wuchs dort zu einem jungen Mann heran, aber hatte schon in jungen Jahren viele Abenteuer zu bestehen. Aber das ist eine andere Geschichte. Das Resultat seiner Abenteuer ist aber, das er zu einem auserwählten Deneirs geworden ist. Um zu Zaubern, muß Cadderly lediglich das Lied von Deneir in seinen Gedanken singen. Mit dieser Gabe gehört er zu den mächtigsten Männern der Reiche. Cadderly ist verheiratet mit Danica. Eine sehr gute Kämpferin, die nach den Lehren des alten Meisters Penpahg D'Ahn gelernt hat. Panpahg D'Ahn war ein Mönch aus Tabot, der seine Kampfkunst in Büchern und Schriftrollen hinterlassen hat. Kurz vor dem Tod ihrer Eltern, gaben diese Danica in die Obhut eines Freundes und seinerseits Anhänger der Lehren von Penpahg D'Ahn. Als dieser ihr nichts mehr beibringen konnte, begab sich Danica in die erhebende Bibliothek um nach Schriften des alten Großmeisters zu suchen. Hier lernte sie Cadderly kennen und sie bestritten zusammen eine Menge Abenteuer.
Der Sturm bricht los:
Zwei Tage blieb es ruhig in Ankathlar. Tarl Desanea behielt das Wissen über die Jünger des Drachenkultes für sich. Er wollte nicht, das es zu Unruhen im Dorf kommt und hoffte das Cadderly seinen Brief rechtzeitig bekommen würde. Der Mond stand am höchsten Punkt, als Tarl von einem lauten Geräusch geweckt wurde. Seine Tür sprang auf, und neun Menschen traten ein. Tarl war nicht überrascht, denn er hatte die letzten beiden Tage jeden Moment mit einem Angriff gerechnet. Er war vorbereitet... Blitzschnell schlug er die dicke Daunendecke zurück und es kam eine blitzende und schimmernde Plattenrüstung zum Vorschein. Auf der Brust trug sie das Symbol des Tyr. In diesem Moment dachte der blinde Mann an die alten Zeiten und deren Kämpfe zurück. Damals war er es, der den Hammer des Tyr führte. Aber dieser ist jetzt nicht mehr in seinem Besitz. Selten fühlte er sich so hilflos wie in diesem Augenblick und auch ohne sein Augenlicht war er sich der Gefahr be- wußt. Plötzlich sprach einer der der Anhänger des Kultes des Drachen. Er sagte mit einer fast weichen Stimme, die so gar nicht zu der Situation passte: "Tarl, ihr habt doch nicht etwa geglaubt, dass die dunkle Lady vergisst?" Eine Frau der Gruppe fügte hinzu: "Zeit macht Rache nur umso süßer". Zur gleichen Zeit saßen viele Dorfbewohner in dem kleinen Wirtshaus in Anklathar. Es war einiges los, denn viele der Bauern genossen es, nach getaner Arbeit, bei einem Bier über den Tag zu sprechen, zu spielen oder einfach nur zu entspannen. Plötzlich wurde es still. Die Bauern sahen sich verwirrt an, denn unter der geschlossenen Tür fegte plötzlich eine so starke Böe hindurch, das Karten, Würfel und sogar einige leere Holzbecher von den Tischen geweht wurden. Ein plötzlicher Sturm? Dann entwich auch noch das letzte Blut aus den Gesichtern der Gäste der Wirtschaft, denn es schien, als ob sich die Böe festigte und Gestalt annahm. Es entstanden langsam die Umrisse von vier Personen. Wie in Zeitlupe wurden die Umrisse deutlicher und man konnte erkennen, das es sich um zwei Menschen und zwei kleine kräftigere Personen, vermutlich Zwerge handelte. Die Bauern warfen Tische und Stühle um, als sie versuchten sich von den immer dichter werdenden Gestalten, zu entfernen. Wenig später gab es sehr viel Gemurmel und noch mehr erleichterte Seufzer. Die Leute erkannten, wer dort ankam. Es waren Cadderly, Danica und die beiden Zwergenbrüder Ivan und Pikel. Allerdings sahen die vier nicht gerade glücklich aus. Kaum hatten die vier Gestalt angenommen, sprach auch schon Cadderly zu den Leuten. Er rief: "Die Wanderer? Sind sie noch hier?". Der Wirt schüttelte den Kopf. "Ihr habt sie knapp verpasst, sie gingen vor etwa 10 Minuten". Cadderlys Augen weiteten sich und auch Danica wirkte sehr angespannt. Cadderly war unsicher was zu tun war. Er vermutete, dass die neun zu Tarl's Kirche gegangen waren, und musste ihm helfen. Leider konnte er nicht einschätzen wie stark sie waren und hätte gerne jede Hilfe, die er bekommen konnte. Allerdings gab es hier ausschließlich Bauern und keiner von ihnen hatte Kampferfahrung. Er fasste einen Entschluß. "Bewohner von Ankathlar, Tarl befindet sich in großer Gefahr" rief er schnell aus. "Wir vier gehen zur Kirche und versuchen ihm zu helfen. Jeder der sich stark genug fühlt und furchtlos ist, kann helfen das Leben Tarls zu retten". Kaum hatte er diesen Satz ausgesprochen, war wilder Aufruhr in der Taverne. Alle im Dorf hatten Tarl lieben gelernt. Der Priester war der Kopf des Dorfes geworden und als sie davon hörten, daß sein Leben bedroht wurde waren alle bereit zu helfen. Cadderly lächelte trotz der ernsten Lage, denn er schöpfte Hoffnung. Schnell Schritt er Tür. Tarl nahm seinen Mut zusammen und antwortete: "Die Welt wurde im Gleichgewicht gehalten, Tyranthraxus war eine Ausgeburt des Bösen und musste vernichtet werden". Die Gruppe brach in Gelächter aus. "Eine Ausgeburt des Bösen?" fragte derjenige der Kultmitglieder, der das Gespräch begann. "Unser Herr wäre erfreut über dieses Kompliment". Er holte kurz Luft und sprach weiter: "Tarl Desanea, wie ihr euch sicherlich denken könnt, sind wir nicht gekommen, um zu reden. Ihr und dieses erbärmliche Dorf, in das ihr geflüchtet seid, wird vernichtet werden." Tarl konnte kaum atmen. Hatte er richtig gehört? Das ganze Dorf? "Ihr seid zu neunt. In dem Dorf wohnen über 200 Menschen. Wie wollt ihr ein Dorf vernichten?" Er versuchte ruhig zu wirken und durch diesen Satz seine Feinde zur Besinnung zu bringen. Wieder brach Gelächter aus. "Zu neunt"? Cadderly und Danica traten durch die Tür des Wirtshauses. Obwohl Danica schon lange keine Abenteuer mehr bestritten hatten, waren ihre Instinkte noch sehr geschult, Ihnen verdankte Cadderly in diesem Moment sein Leben. Im Bruchteil einer Sekunde schnellte ihre Hand vor das Gesicht von Cadderly, um einen Pfeil direkt vor dem Gesicht von Cadderly aus der Luft zu fangen. Aber es war kein Augenblick für Freude oder Hoffnung. Vor dem Wirtshaus und in dem ganzen Dorf verteilt standen weitere Menschen, alle in der gleichen Kleidung wie die Wanderer. Sie hatten Bögen mir Pfeilen, welche mit in Öl getränkten Fetzen behängt waren. Als sei das heraustreten von Cadderly und Danica der Startschuss, begannen sie, die Pfeile auf die Häuser des Dorfes zu schießen. Fast alle Häuser waren mit Reet- Dächern bedeckt, so dass diese schnell Feuer fingen. In wenigen Sekunden brannte das Dorf und die Bewohner, die in ihren Häusern waren, liefen auf die Strasse. Cadderly handelte. Er ging in sich und sang das Lied von Deneir in seinem Geiste. Er suchte nach einer Lösung. In der Kirche wurde das Gelächter neun von den Schreien übertönt. Tarl war vorbereitet und begann einen Zauber. Die neun begannen ebenfalls mit ihrem Angriff und zückten Krummsäbel. Doch Tarl war schneller und sein Zauber gelang. Wenige Zentimeter vor, hinter und neben den Kultisten begann ein Geräusch von wetzenden Messern. Der erste von ihnen versuchte noch zu stoppen, aber die hinteren, die die Gefahr nicht sofort sahen stießen ihn weiter. Zu weit. Um sie herum hatte sich eine Barriere errichtet. Allerdings bestand diese nicht aus Stein oder Holz, sondern aus unzählbaren Klingen, die unwiderstehlich kreuzten. Die ersten beiden wurden hineingestoßen und in Stücke zerfetzt. Sieben waren gefangen. Tarl, war jetzt wie rasend. Er musste sie aufhalten und so schnell wie möglich auf die Strasse um zu helfen. Ein zweiter vorbereiteter Zauber würde das erledigen. Er zog ein wenig Schwefel aus einem Beutel an seinem Gürtel und warf er in die Luft. Es verteilte sich, flog über die sieben und mit einem lauten Knall entzündete sich der Schwefel und fuhr als Feuerschlag auf die Kultisten hinab. Keiner überlebte. Die ersten Angreifer gingen in die Häuser und mordeten. Die Bauern waren hilflos und versuchten sich zu wehren, doch sie hatten keine Chance. Die meisten der Anhänger Tiamats waren aber noch auf der langen Dorfstrasse, die einmal längs durch Ankathlar führte. Cadderly fand den richtigen Zauber in seinem Lied. Er verstärkte seine Stimme durch seinen ersten Zauber. Dann sang er weiter, und es war so laut das sich alle Augen auf der Strasse auf ihn richteten. Er zeichnete ein Symbol in die Luft und dieses begann zu leuchten. Das Symbol hieß Überzeugung und alle die es sahen, konnten mussten ihre Augen auf diesem lassen. Als sie sich wieder abwendeten, sahen die meisten in Cadderly einen Mann der gleichen Gesinnung. Aber nicht alle waren überzeugt und wendeten sich unbeeindruckt ab um weitere Greueltaten zu begehen. Es entbrannte ein wilder Kampf unter den Kultisten. Mit Hilfe der Bauern sah es für die vier so aus, als würden die Dorfbewohner und die bezauberten Angreifer die Oberhand behalten. Deshalb rannten sie zur Kirche. Als sie gerade ankamen, kam ihnen auch schon ein besorgter Tarl entgegen. Cadderly, dessen Stimme nun wieder normal klang, rief ihn und Hoffnung kehrte in Tarls Gesicht zurück. Cadderly schilderte Tarl kurz die Lage und daraufhin stürzten sich alle ins Kampfgeschehen. Nun war der Sieg errungen und Tarl führten alle Überlebenden, einschließlich der bezauberten Kultisten in das Wirtshaus, das noch unbeschädigt war. Cadderly hingegen blieb vor der Tür und sang ein weiteres Lied. Wenig später wurde der ohnehin schon bewölkte Himmel dunkler und dunkler. Erste Blitze zuckten und dann fiel ein Platzregen vom Himmel, der die Häuser weitestgehend löschte. In dem Wirtshaus hingegen, war ein geregeltes Chaos. Nach und nach löste sich die Bezauberung der Anhänger Tiamats und einer nach dem anderen wurde überwältigt. Die Dorfbewohner hätten alle getötet, aber Tarl sorgte dafür, das sie nur gefesselt und in die Große Vorratskammer gesperrt wurden. Danica, Ivan und Pikel durchkämmten die Häuser und überwältigten die restlichen Angreifer. Der Angriff war abgewendet, aber das Dorf weinte. Viele Häuser waren zerstört, Männer, Frauen und Kinder getötet wurden. Cadderly hatte vor seiner Abreise nach Ankathlar noch eine Nachricht nach Calimhafen geschickt und Truppen der Stadt angefordert. Diese kamen wiederum zwei Tage später und nahmen die gefangenen Kultisten- es waren noch etwa 30 über- mit, um sie in Calimhafen zu verhören und den Kult zu zerschlagen.
Nach dem Angriff:
Im Dorf war große Trauer. Frauen haben ihre Männer verloren, Männer ihre Frauen, Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern. Es war eine riesige Tragödie und Tarl fühlte sich schuldig, denn seine Vergangenheit hatte ihn eingeholt. Aber nicht nur er war Opfer, sondern das ganze Dorf. Es wurde eine Bürgerversammlung einberufen und beschlossen, das Tarl weiter in dem Dorf bleiben könne. Es gab einen großen Gottesdienst den Tarl leitete und alle kamen. In diesem erzählte Tarl viel aus seiner Vergangenheit und den Kämpfen für Tyr. Da die meisten Dorfbewohner selbst Anhänger von Tyr waren, verziehen sie Tarl beteten zu Tyr und flehten um Hilfe. Ferdinand und Sieglinde hatte diese Nacht alles genommen. Die Eltern wurden beide ermordet und Danica und Ivan kamen gerade noch rechtzeitig, um die Ermordung der beiden Kinder, die schon in ihren Betten lagen, zu verhindern. Die Großmutter der beiden überlebte, konnte sich aber nicht um die zwei Kinder kümmern, da sie schon sehr alt war. Tarl betete zu Tyr und suchte nach Antworten. Auch er wusste von den Kindern, die in dieser Nacht zu Waisen wurden. Er schlief sehr unruhig und träumte dennoch. In seinem Traum erschien im seine Kirche. Viele Kinder liefen in ihr umher, jedoch waren dort außer ihm keine Erwachsenen. Er träumte von Schulstunden, gemeinsamen Essen und gebeten. Als er am morgen aufwachte wusste er was zu tun war. Er läutete die Glocken und die Dorfbewohner folgten seinem Ruf. Als alle Bewohner Ankathlars versammelt waren, machte er seinen Vorschlag. Tarl bot an, alle Waisen dieser schrecklichen Nacht zu sich zu nehmen, und eine Art Internat des Tyr zu gründen. Die Dorfbewohner freuten sich über die Entscheidung und hießen den Vorschlag gut. Es gab acht Kinder zwischen 4 und 9, die beide Elternteile verloren hatten und niemanden mehr hatten zu dem sie konnte. Ferdinand und Sieglinde gehörten zu ihnen.
Die Ausbildung:
Das Internat stellte eine große Herausforderung an Tarl. Er hatte zuvor wenig mit Kindern zu tun gehabt und tat sich schwer mit der ständigen Erziehung. Aber mit Hilfe einiger Frauen und auch ein paar Männern des Dorfes, bekamen die Kinder eine gute Ausbildung. Tarl versuchte ihnen alles beizubringen, was er selbst konnte. Er lehrte sie Lesen und schreiben, Reiten und Kämpfen. Sie alle wurden zu Anhängern Tyrs. Ferdinand war 8 als er zu Tarl kam. Er lernte sehr schnell und entwickelte sich gut unter der Führung von Tarl und Tyr. Schnell erkannte Tarl sein Talent und forderte und förderte ihn besonders. Zu Ferdinands zehntem Geburtstag schenkte ihm Tarl ein kleines Schwert. Er durfte es zuerst für genau vier Stunden am Tag haben und Tarl lehrte in auf spielerischer Weise das Kämpfen. Er lernte schnell. Doch Tarl lehrte Ferdinand mehr als nur Kämpfen. Er zeigte ihm alles was er selbst gelernt hatte. Angefangen bei den Verhaltensregeln in der Gesellschaft, über ein starkes Auftreten bis hin zu der bedingungslosen Gefolgschaft Tyrs. Als Ferdinand 18 Jahre alt wurde und zu einem sehr stattlichen Mann gereift war, durfte er für ein paar Wochen mit Tarl in die erhebende Bibliothek reisen um zu lesen und zu lernen. Die Bibliothek beeindruckte ihn so sehr, da er noch nie aus Ankathlar herausgekommen war, das ihn ein starkes Fernweh überkam. Er löcherte Tarl und jeden, von dem er wusste, dass dieser schon herumgekommen ist und fragte sie über alle Orte der Welt aus. Von allen Orten, von denen berichtet wurde, beeindruckte ihn am meisten die Stadt Silbrigmond mit ihrer schönen und geheimnisvollen Herrin Alustriel.
Abreise
Ferdinand hatte viel gelernt, aber er war selten aus Ankathlar herausgekommen. Deshalb bestand Tarl darauf, ihn bis nach Calimhafen zu begleiten, als er sich auf den Weg machte, die Welt zu erkunden. Er hatte sein Ziel vor Augen: Silbrigmond. Tarl und Ferdinand reisten nach Calimhafen und der Weg verlief sehr ruhig. Sie zelteten und Tarl zeigte Ferdinand weitere Tricks, wie man in der Wildnis überleben konnte. Sie jagten Wild, fischten und ließen sich Zeit. Als sie Calimhafen erreichten, sorgte Tarl dafür, das Ferdinand auf einem Schoner anheuern konnte, der ihn bis nach Tiefwasser bringen würde. Der Abschied viel den beiden schwer. Tarl war zu mehr als nur einem Lehrer für Ferdinand geworden. Die Überfahrt nach Tiefwasser verlief ruhig. Das Schiff, auf dem Ferdinand segelte, hatte verschiedenste Güter geladen. Von Eisen über Holz bis hin zu Körben aus Bast. Die Ladung war wenig interessant für Piraten. Trotzdem war viel zu tun. Ferdinand musste viele Arbeiten erledigen, aber er war sich nicht zu schade, sich seine Überfahrt zu verdienen und packte gut mit an. In Tiefwasser angekommen suchte sich Ferdinand erstmal eine Unterkunft. Er hatte von Tarl einen Beutel mit Gold bekommen, und mit dem Inhalt hätte er ohne Probleme in einem sehr guten Gasthof schlafen können. Er zog es allerdings vor, den Tempel des Tyr in Tiefwasser zu suchen und dort um Unterkunft zu bitten. Zu seiner Verwunderung ließen ihn die Priester sofort ein und schienen ihn schon erwartet zu haben. Und so war es auch. Tarl hatte ein Nachricht geschickt und Ferdinand durfte bleiben, so lange er wollte. Eine Woche später war Ferdinand wieder auf einem Schiff. Dieses mal ging es nach Luskan. Auch diese Überfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse, so dass Ferdinand voller Tatendrang in Luskan ankam. Er nahm sich vor, sich einer Karawane anzuschließen, die nach Silbrigmond reisen wird. Nun war er wirklich auf sich allein gestellt, denn hier wurde er nicht erwartet. "Auch Tarls Arm ist nicht unendlich lang" dachte Ferdinand und suchte wieder Unterkunft im Tempel des Tyr. Er durfte bleiben und spendete einen großen Teil des Goldes an den Tempel. Ferdinand ging zum Marktplatz um sich eine Karawane zu suchen, mit der er nach Silbrigmond reisen konnte. Dort gab es viele Händler, die Schilder an ihren Ständen hatten, auf denen sie Begleiter für die Reise suchten. Meistens stand auf ihnen ein Text wie: "Junger Mann zum mitreisen gesucht". Ferdinand sprach mit verschiedenen Händlern und entschied sich dann für Bertram Hutez. Dieser etwas südländisch wirkende Mann, sprach immer sehr schnell und war ein Meister im Handeln und ‚einwickeln' von Kunden. Es machte Ferdinand großen Spaß ihm bei der Arbeit zuzusehen. Also entschied er mit Bertram zu Reisen. Eine Woche verging bevor die Karawane abreiste. Ferdinand nutze die Zeit um Luskan zu erkunden. Außerdem hielt er sich viel in dem Tyr- Tempel auf und betete oder sprach mit den Priestern. Er fühlte sich frei. Die Karawane startete und insgesamt reisten 8 Leute mit. Bertram war dabei und sein Sohn Achmed saß immer neben ihm im Planwagen. Dazu kamen noch fünf weitere Söldner, die zum Schutz der Karawane angeheuert waren. Dieses mal war die Fracht wertvoller, denn Bertram handelte unter anderem mit Teppichen, welche aus Calimhafen und Memnon hergebracht wurden. Kaum war der erste Tag vergangen, nachdem die Karawane Luskan verlassen hatte, spürte Ferdinand etwas. Zuerst war es nur ein Gefühl aber dann kribbelte es in ihm und seine Nackenhaare stellten sich auf. Plötzlich sprang eine Gruppe Banditen aus dem Gebüsch, das dicht an der Strasse wuchs. Ferdinand trug nur eine leichte Lederrüstung, die Bertram jedem seiner Begleiter gegeben hatte und zum ersten mal in seinem Leben musste er wirklich kämpfen. Die Banditen griffen ohne Warnung an. Pfeile zischten und Schwerter klirrten. Ferdinand konnte sich nicht vorstellen warum diese Menschen einfach angriffen und versuchten andere Menschen aus Habgier zu töten. Eine unbändige Wut stieg in ihm auf, Er zog sein Langschwert, was er ebenfalls, allerdings zu einem guten Preis wie Bertram ihm versicherte, von ihm gekauft hatte. Die Übungsstunden mit Tarl zahlten sich aus. Denn obwohl Tarl blind war, kämpfte er sehr gut. Zusätzlich hatte er ihn sehr gut in taktische Vorgehen im Kampf unterrichtet. Aber heute war es etwas anderes. Es ging um Leben und Tod! Die Banditen, die bereits in Kämpfe verstrickt waren bemerkten Ferdinand zuerst nicht. Aber dann verschaffte er sich einen Überblick über das Kampfgeschehen um herauszubekommen, wer der Anführer der Banditen war. Tarl hatte ihm beigebracht, dass das wichtigste im Kampf sei, die Moral der Gegner zu brechen, also wollte er ihnen die Führung nehmen. Etwas abseits des Weges entdeckte er dann auch einen schlanken Halbelfen, der das Kampfgeschehen zu beobachten schien. Das musste er sein. Ferdinand sprintete los und schrie seine Wut heraus. Der Mann wirkte nicht überrascht als er den heranstürmenden Ferdinand bemerkte. Langsam zog er ein Kurzschwert und einen Dolch. Ferdinand hatte noch nie zuvor gegen einen Gegner gekämpft, der zwei Waffen führte. Zuerst tat er sich schwer, aber als Ferdinand begann die Bewegungen des Banditen zu durchschauen, zu erkennen wie er angriff und parierte, gewann er die Oberhand. Er verletze den Mann mit einem Schwerthieb am Oberarm und der Bandit konnte mit diesem Arm nur noch sehr eingeschränkt kämpfen. So das es eigentlich nur noch Langschwert gegen Kurzschwert hieß. Nun hatte Ferdinand Reichweiten- Vorteile und nutze diese kompromisslos. Kurze Zeit später entdeckte sein erstaunlich gut ausbalanciertes Schwert eine Lücke in der Deckung des Banditen und stach zu. Das Schwert durchbohrte den Mann und verletze ihn so schwer, dass er schnell starb. Ferdinand wird diesen Augenblick wohl niemals in seinem Leben vergessen. Den Schmerz in den Augen des Menschen den er getötet hatte. Ja, er hatte einen Menschen getötet. Ferdinand sagte sich, das er es tun musste, dass der Mann böse war und ihn getötet hätte, wenn er ihm nicht zuvor gekommen wäre. Er konnte die Gefühle beiseite schieben und blickte wieder über das Kampfgeschehen. Es wurde noch an verschiedenen Stellen gekämpft und die Söldner erwiesen sich als die besseren Kämpfer. Es waren bereits 4 Söldner, inklusive des Anführers gefallen und nun herrschte ein gleiches Kräfteverhältnis. Ferdinand suchte sich noch einen Gegner, der aber lange nicht so fähig wie der Anführer war, und konnte ihn nach kurzem Kampf töten. Drei weitere Banditen fielen und die letzen beiden flohen in die Wälder. Bertram befahl sie nicht zu verfolgen und stattdessen bei den Wagen zu bleiben. Die Karawane zog weiter - Ferdinand grübelte. Der Weg von Luskan nach Silbrigmond war weit und gefährlich. Ferdinand wurde noch weitere Male auf die Probe gestellt, allerdings begegneten sie keinen Menschen mehr. Sie erreichten am dritten Tag Mirabar. Eine große Stadt mit einer langen Geschichte, welche sich allerdings nicht in Größe, Bevölkerung und Reichtum mit Luskan messen kann. Sie machten hier nur kurz halt, besorgten neues Wasser und ließen ihre Rüstungen flicken. Am nächsten morgen ging die Reise schon weiter. Seit der Abreise aus Mirabar waren etwa 48 Stunden vergangen. Die Karawane war noch eine gute Tagesreise von Nesme entfernt, durch das sie Reisen wollten um ihre schwindenden Vorräte aufzufüllen und was noch wichtiger war, um das gefürchtete Trollmoor zu umgehen. Das Trollmoor, wie die einheimischen es nennen, ist ein langer Abschnitt von fauligem Wasser, bedeckt von Nebelschwaden die wie Watte aussehen. Wenn das Moor nicht so über riechen und vor bösen Kreaturen, bei denen Trolle noch zu den harmlosesten zählen, bevölkert würde, könnte man sich dort auch gut einen Urlaub vorstellen. Sie rasteten etwa zwei Stunden entfernt des Moores. Es war eine laue Spätsommernacht und die Sonne war dunkelrot am Horizont verschwunden. Sie ließ eine blutrote Färbung des Himmels zurück. Einer der Begleiter, er hieß Leggie und war Elf, sah den roten Himmel und flüsterte Ferdinand ins Ohr: "Sieh, die Sonne geht rot unter". Ferdinand der nicht wusste, worauf Leggie hinauswollte blickte ihn kurz verständnislos an. Der Elf bemerkte dies und fügte schnell aber leise hinzu: "Es wurde heute Blut vergossen"! Bertram, dessen Stärke klar seine Stimmgewalt war, erzählte am Lagerfeuer Geschichten die er über das Moor gehört hatte. Es war nicht seine Absicht seinen Begleitern Angst zu machen, aber irgendwie kam eine sehr gedämpfte Stimmung auf. Ferdinand saß am Feuer, wärmte seine Hände und hatte das Gefühl, er könne den fauligen Geruch des Moores schon riechen. Bei seiner Wache hatte er viel Zeit nachzudenken und er nutze diese Chance um sich noch einmal den Überfall der Banditen vor Augen zu rufen. Es war merkwürdig. Warum konnte er die Gefahr spüren, wieso entwickelte er eine so starke Wut auf die bösen Kreaturen. Im kam seine Wache kurz von und als er abgelöst wurde, wusste er keine Antwort. Am nächsten morgen machten sie sich schon bei Sonnenaufgang auf den Weg. Ferdinand hatte nicht gut geschlafen und von weiteren Kämpfen geträumt. Allerdings konnte er sich nicht mehr an die Gegner erinnern. Drei Stunden nach dem Aufbruch hatten sie dann das Moor zu ihrer Rechten. Denjenigen, die noch nie an ihm vorbeigereist waren, wurde mulmig und irgendwie lastete ein Druck auf ihnen. Ferdinand gehörte dazu. Kurz darauf sahen sie Rauch über die nächste Bergkuppe aufsteigen. Hier war es nicht sonderlich hügelig, aber sie konnten trotzdem nicht erkennen, was dort war. Bertram schickte vier Männer auf Pferden vor, um den Ursprung des Rauches zu untersuchen. Ferdinand übernahm die Führung, denn er war ein guter Reiter. Je näher sie an die Bergkuppe kamen, desto langsamer ritten sie. Als sie oben waren, bot sich ihnen ein schreckliches Bild der Verwüstung. Drei Planwagen lagen umgekippt auf der Seite. Die schweren Brauereipferde, welche die Gespanne gezogen haben, waren tot und halb zerlegt. Es waren keine Menschen mehr zu sehen, allerdings tummelten sich dort noch etwa zehn Kreaturen, die plünderten. Ferdinand stockte der Atem. Er wusste, das sie in der Unterzahl waren, aber er konnte seinen Blick nicht von den wilden Szenen abwenden. Plötzlich überkam es ihn. Er rief nach seinem Gott Tyr und ritt los. Die anderen drei, die auch nicht wussten was sie tun sollten, wurden einfach mitgezogen, so sehr beeindruckte sie der Mut und die Charakterstärke von Ferdinand. Als die vier Reiter am Horizont auftauchten, blickten die Monster zu ihnen und der stärkste von ihnen stachelte sie an. Sie wurden wie wild und waren kurz davor den Reitern entgegenzulaufen. Ferdinand hatte solche Kreaturen noch nie gesehen, aber sie waren allesamt mit ihren etwa 4 Fuß viel kleiner als er. Er wusste nicht woher, aber war sich sicher das sie böse waren und sterben mussten. Leggie war auch einer der Reiter und kannte diese Kreaturen. Er rief Ferdinand zu, das es Goblins seien und diese nur in großer Gruppe stark sind. Und so stürzten die vier sich in den Kamp. Leggie war ein guter Bogenschütze und konnte schon zwei Goblins vom Pferd aus mit seinem Komposit- Langbogen erledigen. Da waren es nur noch acht. Als sie ankamen konnten sie die übergeblieben Monster schnell vom Pferd aus töten. Von der überfallenen Karawane war keiner mehr am Leben. Ferdinand untersuchte nach dem Kampf das Schlachtfeld und fand etwa zehn Leichen von Menschen. Sechs von Ihnen trugen Lederrüstungen und zwei sogar Bänderpanzer. Irgendetwas stimmte hier nicht. Wie sollten zehn Goblins so eine starke Kämpfertruppe töten? Leider konnte Ferdinand keine Spuren lesen und so bat er Leggie darum die Gegend abzusuchen. Kurz darauf wurde dieser auch schon fündig. Es führten sechs weitere Spuren direkt auf das Moor zu. Allerdings müssen die Wesen viel größer gewesen sein. Leggie schätze sie auf etwa zehn Fuß. Diese Nachricht schockte die vier. Was sollten sie tun? Sie ritten schnell zurück und erzählten Bertram die schlechten Neuigkeiten. Dieser war wenig erschrocken, denn er bereiste diese Strecke schon viele Jahre. "Trolle" fing er an zu erzählen, "haben eine Eigenart. Nach einem Raubzug gehen sie zurück in ihr Lager und verteilen die Beute. Und da jeder von ihnen den größten Teil haben will, kann das sehr lange dauern. Kann!". Er bestand also darauf, das sie so schnell wie möglich an der Überfallstelle vorbei reiten und das Moor hinter sich lassen. Gesagt getan, obwohl sie alle ein ungutes Gefühl hatten. Als sie die Stelle des Überfalls passierten, wollte Ferdinand anhalten und die gefallenen Händler und Söldner begraben, aber Bertram duldete keine Verzögerung. Und tatsächlich erreichten sie Nesme ohne weitere Zwischenfälle. Die Begrüßung in Nesme war eher kühl. Die Bewohner waren allerdings auch nicht für ihre Gastfreundschaft bekannt. So kam es, das sie nur kurz ihre Lebensmittel auffüllten und sich dann eine Taverne suchten. Ferdinand hatte gehört, das es in Nesme einen Schrein des Tyrs geben sollte. Er suchte ihn auf, sprach mit den Priestern und dann betete er zu Tyr. Er brauchte antworten... Die Sonne stand schon hoch am Himmel als die Karawane weiter zog. Sie hatten es genossen wieder in einem weichen Federbett zu schlafen und eine üppige Mahlzeit ließ sie wieder neue Kräfte und neuen Mut schöpfen. Vier Söldner der Gruppe hatten es am Abend ein wenig mit Met übertrieben und deshalb kam die Karawane erst spät fort aus Nesme. Die etwa 120 Meilen bis nach Silbrigmond konnte man in drei Tagen schaffen. Diesmal blieb alles ruhig und am frühen Nachmittag des dritten Tages sahen sie goldenen Dächer und hohe Türme am Horizont. Umgeben war die Stadt, Silbrigmond, von einem Fluss, dem Rauvin, über den eine Brücke zu gehen schien. Doch je näher sie an die Stadt kamen, desto komischer wirkte es. Die Wachen und die Menschen schienen einfach durch die Luft zu gehen. Eine Brücke war nicht zu sehen. Bertram lächelte still. "Noch nie etwas von der Mondbrücke gehört, die über den Rauvin führt, mein Junge? Sie ist eines der großen Kunstwerke in dieser verzauberten Stadt!". Das glaubte Ferdinand gerne. In Silbrigmond war der Empfang netter, obwohl sie das Gefühl hatten, überhaupt nicht richtig wahrgenommen zu werden. Sie suchten sich ein Gasthaus, in dem sie sich einmieten konnten. Dann verabredeten sie einen Treffpunkt für den nächsten Tag und gingen ihrer Wege. Bertram begann sofort, seine Ladung zu löschen, behielt aber einen Teil. Morgen war Markt. Ferdinand suchte wieder einen Schrein des Tyr, aber hier in Silbrigmond gab es sogar einen Tempel. Er sprach mit den Priestern und seine Sorgen schienen von ihm abzufallen. Am nächsten Morgen trafen sich die Reisenden und Bertram sprach allen ein Lob aus. Es war doch eine sehr erfolgreiche Reise und das haben sie alles den Söldnern zu verdanken. Söldner? Irgendwie behagte es Ferdinand nicht, das er ein Söldner sein sollte. Er suchte doch nur eine Karawane zum Mitreisen. Er verdrängte diesen Gedanken als Bertram die Begleiter bezahlte. Und er zahlte gut. Nun hatte Ferdinand eine Menge Geld, war angekommen in Silbrigmond und er war allein! Ferdinand war fasziniert von Silbrigmonds Schönheit. Es ist eine Stadt mit vielen Türmen, alten Häusern und fast jede große Religion hat hier eine Kirche oder einen Tempel. Silbrigmond ist in den Reichen überall für seine Offenheit allem gegenüber und der großen Toleranz, welche die Bürger ihren Gästen und sich selbst gegenüber zeigen, bekannt. Auf die Frage des Warum, bekommt man fast immer nur einen Namen als Antwort: Alustriel Silberhand. Alustriel ist eine wunderschöne Frau mittleren Alters. Sie hat silbrig schimmerndes blondes Haar, ist groß und schlank und es ist, als umgibt sie eine wunderbare Aura. Jeder der sie sieht, kann ihre Schönheit und ihren Anmut nie wieder vergessen. Häufig sieht man sie mit einem Stab herumwandern. Der Stab trägt am oberen Ende das Abbild eines Einhorns. Aber ihre Schönheit täuscht niemals über die Macht hinweg, die die Zauberin ausstrahlt. Sie ist eine der sieben auserwählten Schwestern der Mystra. Ihre Zauberfertigkeiten vergleichen viele mit dem berühmten Zauberer Elminster, der weithin als der wohl mächtigste (männliche) Magier bekannt ist. Ihr größtes Ziel ist es, die Gerechtigkeit und Ruhe im Norden der Reiche zu erhalten. Dazu lässt sie sich ständig Bericht erstatten, was im Norden passiert. Sie ist es, die die Ordnung aufrecht erhält und ihr Verhalten färbt stark auf die Bewohner ihrer Stadt ab. Eines Morgens, Ferdinand lebte seit etwa einer Woche im Tempel des Tyr, ging er zu einer Ansprache auf dem Marktplatz. Alustriel berichtete einmal monatlich allen, wie die Lage in Silbrigmond und Umgebung war. Dort sah er sie. Auch er war fasziniert und sah nun mit eigenen Augen, das alle Berichte, die ihn zum Entschluß Silbrigmond zu besuchen getrieben haben, nicht übertrieben waren. Allein ihr Anblick reichte, um Ferdinand das Herz zu erleichtern und die letzen Tage ein wenig zu vergessen. Das erste mal seit seinem Abschied von Tarl war er wieder glücklich. Nach der Veranstaltung schlenderte Ferdinand noch lange in Gedanken durch die Stadt. Seine Füße trugen ihn, und nicht Ferdinand sondern sie bestimmten wohin sie gingen. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ihm jemand am Zipfel seines Mantels zog, den er über seiner Lederrüstung trug. Er blickt zu der schmutzigen kleinen Hand und dann den Arm entlang. Dieser endete an einem kleinen Mädchen, das völlig zerzauste Haare, ein schmutziges Gesicht und alte lumpige Kleider trug. Bei dem Anblick des armen Mädchens wurde ihm das Herz schwer und er wusste nichts zu sagen. Das Mädchen sagte nichts und streckte Ferdinand ihre kleine Hand entgegen. Er wusste einen Moment lang nicht was er tun sollte. Am liebsten hätte er sie mitgenommen, ihr ein Bad verschafft, neu eingekleidet und dann zu einer warmen Mahlzeit eingeladen. Er blickte sich jedoch zuerst um. Da sah er etwas, dass er nicht für möglich gehalten hatte. Silbrigmond hat auch eine Arme Seite. Er vermutete zwar, das dieses Armenviertel nicht annähernd so groß wie das in Luskan oder das was er in Calimhafen gesehen hatte, und trotzdem erschreckte es ihn. Nach kurzer Überlegung, während der das kleine Mädchen die ganze Zeit an seinem Mantel gezupft hatte, kam er zu dem Entschluß, das es nicht richtig währe die kleine mitzunehmen. Er durfte sie nicht aus ihrer Umgebung reißen. Stattdessen gab er ihr seine zwei Goldmünzen. Für ihn war es nicht sehr viel Geld und er hätte ihr leicht mehr geben können, allerdings hielt er das für eine schlechte Idee. Ein kleines Mädchen mit einem Goldstück war bestimmt schon ein beliebtes Opfer, denn ein Goldstück ist in vielen Gegenden der Wochenlohn eines Bergarbeiters, aber mit fünf davon wäre sie wohl niemals nach Hause gekommen. Nachdem sie die Goldstücke bekommen hatten, wurden ihre blauen Augen riesig groß und sie sah Ferdinand mit einem Lächeln an, das fast dieselbe Wirkung auf ihn hatte wie das von Alustriel. Er drehte sich um und ging diesmal sehr zielstrebig den Weg zurück zum Tempel des Tyr. Dort angekommen schnappte er sich einen Priester und erzählte ihm die Geschichte. Dieser kannte die Gegend natürlich und auch er war traurig über die Zustände. Ferdinand wollte helfen!
Ferdinands Berufung:
An diesem Abend konnte Ferdinand ein Treffen mit den obersten Priester des Tyr in Silbrigmond vereinbaren. Er erzählte ihm die Geschichte und fragte was der Tyr Tempel tue und wie er helfen könne. Der Hohepriester antwortete ihm, dass sie Geld in der Stadt sammeln und dafür Essen und Kleidung für die Armen besorgen. Allerdings wären sie in diesem Bereich schon gut besetzt und er hatte von den guten Leistungen im Kampf von Ferdinand bei der Reise mit Bertram gehört. Er bot Ferdinand an, daß dieser sich ganz in den Dienst des Tyr stellen könne und verschiedene, nicht immer ungefährliche Aufträge ausführen solle. Ferdinand wollte diese Entscheidung nicht überstürzen und erbat sich Bedenkzeit bis zum nächsten Morgen. Bevor er in sein Bett stieg, betete er wie jeden Abend zu Tyr. Er wusste, das es für Tyr eine winzige Angelegenheit war und es war ihm fast schon unangenehm ihn damit zu belästigen, aber er brauchte die Bestätigung und Sicherheit, das er sich richtig entscheidet. Diese Nacht schlief er sehr fest und träumte intensiv. Bilder liefen wie Filme vor seinen Augen ab. Am nächsten morgen wachte er früh auf. Er rief sich seine Träume noch einmal vor Augen. Was hatte er geträumt? Er hatte einen Traum, indem er einen Jungen sah, wie dieser mit seinem Fuß eingeklemmt in einer Felsspalte fest hing. Außerdem war dort in der nähe eine Höhle, die von einer Menge Sträucher und Büschen zugewachsen war. Er wusste aber nicht was sich darin befand. Ferdinand war sich nicht sicher was das alles zu bedeuten hatte, aber er war sich sicher das er wusste wo die Stelle war an der sich der Junge befinden könnte. Er ließ sich beim Hohepriester entschuldigen und ritt scheinbar ziellos aus der Stadt. Obwohl er sich nicht sicher war, welchen Weg er gehen sollte, kam er nach etwa zehn Minuten an eine Weggabelung. Der eine Weg führte weiter hinauf in die Berge und der andere ging in Richtung des Trollmoores. Ferdinand entschied sich für die Berge. Der Weg wurde einsamer und nach weiteren zehn Minuten war es nur noch ein kleiner Trampelpfad. Plötzlich hörte er Schreie. Es waren die Rufe eines Jungen. Konnte das wirklich war sein oder spielte Ferdinands Geist ihm einen Streich? Er folgte den Rufen und dann sah er ein Bild das er schon heute Nacht gesehen hatte. Der Junge hing mit einem Bein in einer Felsspalte fest und rief ununterbrochen nach Hilfe. Als Ferdinand durch die Büsche geritten kam, hörte er auf und schaute ängstlich zu ihm herüber. Der Junge wirkte als wüsste er nicht ob er sich freuen oder Angst vor dem Mann haben sollte. Ferdinand kam langsam näher und redete beruhigend auf den Jungen ein. Kurz darauf war der Junge befreit. Allerdings konnte er nicht alleine laufen, da sein Knöchel verstaucht war. Ferdinand nahm ihn zu sich aufs Pferd und ließ sich von dem kleinen leiten. Nach einer guten Viertelstunde wurde das Gebiet immer bergiger. Etwas später hatte Ferdinand dann sein zweites Deja vu. Die Stelle kannte er aus seinem Traum. Er wies den Jungen auf dem Pferd zu bleiben und stieg ab. Langsam ging er auf die vermeintliche Höhle zu. Was würde er in ihr finden? Sein Herz schlug schnell, aber er hatte keine Angst. Irgendetwas sagte ihm, das dort drinnen keine Gefahr lauerte. Der Junge fragte vom Pferd aus, wohin er denn ginge. Die Höhle war wirklich nicht zu erkennen wenn man nicht wusste das sie da war. Ferdinand sagte nichts, sondern wies ihn nur kurz mit der Hand an zu schweigen und ging langsam weiter. Er stand nun direkt vor den Büschen und Sträuchern. Sie sahen genauso aus wie in seinem Traum. Er zündete sich eine Fackel an, die er vorsichtshalber mitgenommen hatte und schob langsam die Sträucher beiseite. Er trat ein und musste sich erst langsam an die neuen Lichtverhältnisse gewöhnen. Dann sah er schnell, das die Höhle nicht groß war und sie sah ziemlich leer aus. Plötzlich sah er ein schimmern in seinem Fackellicht. Er ging auf den Auslöser zu und entdeckte ein Skelett auf dem Boden. Dieses steckte in einer Bänderrüstung, die fein gearbeitet und erstaunlich gut erhalten war. Sie war überhaupt nicht verrostet und wirkte lediglich ein wenig beschlagen. In der Hand hielt das Skelett noch ein wunderschön geschmiedetes Langschwert. Auch dieses hatte die Jahre, die das Schwert und sein Träger hier schon liegen mußten, gut überstanden. Die zweite Hand ruhte auf einem großen Lederbeutel, der allerdings schon arg mitgenommen war. Ferdinand betrachtete das Skelett genauer. Um den Hals hatte es ein Amulett. Es hatte die Form eines purpurnen Sonne auf der ein Totenkopf lag. Ferdinand kannte dieses Symbol. Es war das Symbol des bösen Gottes Cyric. Er griff nach dem Schwert. In diesem Augenblick bewegte das Skelett seinen Kopf und es schien als blicke es Ferdinand aus seinen hohlen Augen an. Dann ging alles sehr schnell. Das Skelett packte sein Schwert und schlug nach Ferdinand. Dieser konnte sich nur durch eine geschickte Rückwärtsrolle vor dem Schlag retten. Er sprang sofort wieder auf die Beine, aber das Skelett war schon da. Lange Zeit waren die Gegner sich ebenbürtig. Sie schlugen, wichen aus und parierten die Schläge des Gegenübers. Doch dann durchschaute Ferdinand die Taktiken und Finten seines Gegners. Er wartete Geduldig auf seine Chance. Dann trug er gekonnt einen Angriff auf den Kopf des Skelettes vor, brach diesen aber, sofort nachdem das Skelett darauf reagierte, ab, und schwang sein Langschwert in einem Streich von unten nach oben. Er traf das Skelett mit ganzer Kraft am Kinn und der Kopf flog in hohem Bogen von dessen Hals. Plötzlich rührte es sich nicht mehr und fiel kurz darauf auseinander. Instinktiv wusste Ferdinand, das dies eine Prüfung Tyrs war. Er hatte sie bestanden und seine Entscheidung getroffen. Dann schüttelte er vorsichtig die Knochen aus der Rüstung und versuchte, ob sie ihm passte. Sie war ein wenig steif und an den Schultern ein bisschen zu eng, aber das konnte ein Schmied richten. Dann nahm er sich das Schwert, das nun vor ihm auf dem Boden lag. Er mußte nur noch die Hand des Skelettes lösen und steckte es sich in seine Scheide. Dann fiel sein Blick auf den Beutel. Ferdinand ging hinüber um hineinzusehen. Vorsichtig öffnete er ihn und zum Vorschein kamen jede Menge Gold- und Silbermünzen. Schätzen war nicht seine Stärke aber alle zusammen waren bestimmt 300 Goldmünzen Wert. Er packte seine alte Lederrüstung ein, wickelte sein altes Schwert in ein Tuch und hing es in eine Waffentasche an seinem Rucksack. Zuletzt nahm Ferdinand den Lederbeutel und ging aus der Höhle. Der Junge wartete gespannt auf dem Pferd. Als er die Rüstung und das Schwert sah, war er sprachlos. Ferdinand brachte den Jungen zu seinen Eltern und wurde prompt zu Essen eingeladen. Er nahm es gerne an. Dann Ritt er zurück nach Silbrigmond und in den Tempel. Dort ging er sofort zu dem Hohepriester und nahm dessen Angebot an. Er wusste nun, dass er ein Kämpfer des Guten war, ein Kämpfer des Lichts, ein Kämpfer für Tyr, ein Paladin. Er ließ die Rüstung anpassen und putze sie und das Schwert. Von dem Gold bezahlte er den Schmied und gab bis auf 50 Goldmünzen den Rest an den Tempel. Diese Spende brachte Ferdinand großen Respekt und große Dankbarkeit ein. Dann begann er mit seiner neuen Arbeit. Zuerst übernahm er kleinere Aufgabe, wie das begleiten von Geldsendungen vom und für den Tempel. Als er sich gut machte, bekam er immer öfter Aufträge, Vorfälle jeglicher Art in und um Silbrigmond zu untersuchen. Sein geschicktes Verhandlungstalent und sein guter Kampf machten ihn schon bald bekannt in den Reihen der Tyr Priester. Nach und nach verspürte Ferdinand dann allerdings den Drang, mehr von der Welt zu sehen, mehr Menschen von Tyr zu überzeugen und größere Taten im Namen seines Gottes zu vollbringen. Er wollte werden wir sein Ziehvater Tarl Desanea. Er erzählte dem Hohepriester von seinen Wünschen und dessen Miene wurde sofort fröhlich. Das war die Lösung dachte er bei sich. Er erzählte Ferdinand von einem schreiben, dass er gerade heute erhalten hatte. Der Paladin des Tyr in Bryn Shander war gerade bei Untersuchungen schwer verwundet worden und es wurde ein Nachfolger des eh schon in die Jahre gekommenen Mannes gesucht. Diese Chance wollte Ferdinand nicht auslassen und er sagte sofort zu. Vom Eiswindtal hatte er noch nicht viel gehört. Nur, das dies der Teil Fearuns war, an den sich die Leute zurückzogen, die alleine sein wollten, oder woanders nicht mehr geduldet waren. Eine Ansammlung von Helden, Dieben, Mördern und Monstern.
Ja, dahin wollte Ferdinand!
To be continued...