Gròr Hammerfaust, Thrains Sohn
Geboren und aufgewachsen ist Gròr unter den Graubergen westlich der großen Wüste. Sein Vater, Thrain Steinhand, Sohn von Kargain Silberfinger, Geschlecht der Gründer, ist einer der 17 Alangathar (Drachenkrieger), die die Clanfeste Arumbar vor dem Schwarzen Drachen Ismaeliumatra beschützten. Mit Hilfe der Steine besiegte man diesen alten Wyrm. Im Kampf erwies sich Thrain als guter Kenner und Freund der Steine und bat sie um Hilfe, was ihm den Namen „Steinhand“ einbrachte. Von ihm lernte Gròr im frühen Kindesalter den Umgang mit den Steinen und wie man sie behandeln muss. „Als erstes musst du den Steinen die Ehre erweisen, dann kannst du sie bitten mit dir zu reden. Denn sie leben schon so lange, dass Moradin selbst sie für alt hält!“
Seine Mutter, Eradin, Tochter von Nawain Essenfeuer, ist bekannt als „die“ Erzählerin des Clans. Keine Sage, keine Geschichte die sie nicht kennt. Deshalb nennt sie der Clan auch „Mithrilmund“. Sie war es, die Gròr von der Oberfläche erzählte und von dem Zug des Clans unter das Graugebirge. Davon, dass der Clan vor einer Armee aus Riesen und Ogern fliehen musste. Nicht, dass Eradin die Oberfläche je gesehen hätte, sie kannte nur die Geschichten. Sie erzählte wie sich der Clan den Weg durch die Steine und Schluchten gesucht hatte. Der Weg zur Oberfläche wurde Geschichte, Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos.
Doch an diesem Mythos glaubte Gròr, da die Geschichten seiner Mutter so klar und herrlich waren. In seinem Herzen schwor er sich, irgendwann die Oberfläche zu finden. Doch noch war er nicht so weit. Um noch mehr von den Geschichten der Oberfläche zu erfahren, hielt er sich immer häufiger im Tempel des Moradin auf. Dieser war einer der wenigen Sachen, die den Clan erinnerten, wo sie herkamen.
Das ewige Feuer der Essen , die im Tempel glühten, zeigten Gròr wo er hingehörte. Zu Moradin, dem Vater der Zwerge. Er würde ihm helfen, den Weg zur Oberfläche zu finden. In der Glut der Essen sah Gròr immer wieder das Glühen der Sonne. Wie mochte sie wohl aussehen? Die Geschichten sagten, sie sei so hell, dass sie die Augen verbrennen ließe. Das konnte sich Gròr nicht vorstellen. Das wollte er erleben. Doch es war (noch!) nicht so weit.
Eines Tages geschah etwas, worauf der Clan nicht vorbereitet war. Bei Bergbauarbeiten traf man auf eine Wasserader, konnte sie aber nicht unter Kontrolle halten. Und es geschah das, was nicht geschehen durfte. Der Tempel Moradins wurde überschwemmt. Die anwesenden Zwerge versuchten alles, um die Essen am Brennen zu halten, doch jegliche Mühe wurde durch eine weitere Welle niedergerungen. Die Feuer erloschen.
Und wenn in einem Moradin Tempel die Essen erlischen, muss er Stein für Stein abgetragen und an anderer Stelle wieder neu erbaut werden.
Hier fand Gròr seine Berufung. Er schuftete wie kein anderer, arbeitete sogar härter als die Hohepriester. Ja, das war seine Aufgabe, das wusste er. Nicht durch Bücher wälzen erreicht man Moradins Gunst. Nein! Taten machen einen Zwerg zu einem richtigen Zwerg. Er schuftete wahrhaftig. Stein über Stein, er hämmerte die Felsblöcke zurecht, damit ja keine Ungenauigkeit in die Mauern kam. Mit der Zeit waren seine Muskeln so gestählt, dass er die Felsbrocken mit nur einer Hand hob, um sie schneller bearbeiten zu können. Der Hammer war so im Einklang mit seinen Bewegungen, dass man ihm den Namen „Hammerfaust“ gab. Nach nur drei Jahren war es endlich so weit, der neue Tempel konnte eingeweiht werden.
Mit vollem Stolz waren Gròrs Eltern erfüllt, als sie zusahen wie Gròr die erste Esse entzündete, denn diese Ehre hatte ihm der Hohepriester Turai, der gleichzeitig sein Lehrmeister war, erwiesen. Mit einem großen Fest, das in die Geschichte einging, wurde die Einweihung gefeiert.
Doch immer wieder musste Gròr sich an den schrecklichen Tag erinnern, an dem die Wassermassen über den Tempel hereinbrachen. So hat er bis heute schreckliche Angst vor dem Wasser und muss sich jedes Mal durch ein Gebet an Moradin Mut holen, um es überqueren zu können. Sonst gerät er in so eine Angst, dass all seine Konzentration verschwindet.
Bei Turai lernte er alles, was ein Priester des Moradin benötigt. Ein wichtiger Bestandteil lag darin seine Waffen selbst zu schmieden und zu verzieren. So schmiedete Gròr sich Melkor, seinen Kriegshammer, der von nun an Moradins Stärke für ihn ausstrahlte.
Nach zehn Jahren unter Turais Lehren kam für Gròr der zweite große Tag in seinem Leben. Er wurde zum Priester des Moradin geweiht und bekam sein heiliges Symbol überreicht. Jetzt war er das, was er in seinem Herzen schon immer gewusst hatte. Ein Jünger Moradins! Er würde die Lehren Moradins in die Welt tragen, ja, die Welt, jetzt war es soweit. Er zog los um dem Mythos nachzujagen. Den Weg an die Oberfläche. Wie war sie, die Sonne?
Er verabschiedete sich von seinen Eltern und zog los. So hatte er es sich eigentlich vorgestellt, doch als er aus der Höhle seiner Eltern trat, war der ganze Clan auf den Beinen und jubelte ihm zu. Sie begleiteten ihn bis an den Rand der Feste. An der Festungsmauer lehnte Turai und zwinkerte ihm zu. Ja, Gròr wusste, wem er dies zu verdanken hatte.
Nun war er allein, nein, Moradin war bei ihm, aber wo sollte er hin? Der letzte bekannte Ort, den die Legenden beschrieben, war ein See 30 Meilen westlich des Strongholds. Das war sein Weg. Immer wieder hielt er an und ehrte die Steine und unterhielt sich mit ihnen.
Am See, der in Wirklichkeit 60 Meilen entfernt lag, hatte er seine erste Begegnung die er nie in seinem Leben vergessen wird, denn sie hätte ihm fast das Leben gekostet. Aus dem Wasser schnellte eine Kreatur hervor, die er bis heute nicht wieder beschreiben kann. Noch bevor Gròr reagieren konnte, hatte das Monster sich in seinem Gesicht verbissen. Ein bitterer Kampf tobte. Er weiß bis heute nicht, wie er die Kreatur getötet hatte, oder ob überhaupt. Denn als er irgendwann aufwachte, war sie verschwunden, geflohen oder tot zurück ins Wasser geglitten. Er war mit Blut überströmt und auf einem Auge blind. Er versuchte zu retten, was zu retten war, doch verstellt war sein Gesicht immer noch. Doch er lebte!
Eines Tages (oder Nachts?) hörte Gròr Kampflärm. Er näherte sich langsam. Ein Wesen, etwa zwei Fuß größer als er, wohl ein Mensch, wie er sich an die Geschichten erinnerte, wurde von einer Schar Goblins angegriffen. Doch war der Mensch guter Gesinnung? Denn Gròr hatte sich eines geschworen: „Für das Gute aller guten Zwerge!“ Oder musste er seinen Leitsatz bald ändern?
Eines wusste Gròr aber, er hasste Goblins! Ohne weiter zu zögern sprang er in den Kampf und das wohl nicht zu früh, denn der Mensch, der bisher nur gezaubert hatte, zog einen Dolch. Gròr verstand, er musste wohl schon länger in diesen Kampf verwickelt sein. Zusammen konnten sie die Goblins besiegen. Als alle Goblins tot um sie herumlagen, sprach der Zauberer Gròr an und dankte ihm, so vermutete Gròr jedenfalls, denn er verstand kein Wort. Der Zauberer erkannte das Problem, murmelte kurz etwas und sprach zu Gròr, und Gròr verstand. Sie unterhielten sich und der Magier stellte sich als Abraxas vor. Gròr teilte ihm seinen Grund für seine Anwesenheit mit und der Magier fing an zu grinsen und sagte: „Dann bist du wohl am Ende deiner Reise“ und zeigte nach links, wo der Gang weiter verlief. Erst jetzt erkannte Gròr, dass dort der Gang sehr hell wurde. Vorsichtig trat er vor, guckte um die Ecke und erschrak. Denn er sah nichts, bis auf Weiß.
Es blendete!
Er war da. Er war an der Oberfläche. Mit zusammengekniffenen Augen stand Gròr da. Er weiss nicht wie lange er verharrte, aber eins wusste er, das war der dritte große Tag in seinem Leben.
Da er nicht wusste, wohin er sollte, nahm er die Einladung des Magiers an und wanderte mit ihm zu seinem Turm im nahen Wald. Fünf Tage verbrachten sie mit Erzählen und Zuhören. Abraxas erzählte von der Oberfläche und erklärte warum die Sonne verschwand und Grór erzählte vom Unterreich. So ging es ein ganzes Jahr weiter, Gròr lernte von Abraxas, aber Abraxas lernte auch von Gròr. So kam es, dass Gròr Abraxas lehrte wie man Wunden heilt und Kräuter anwendet. Im Gegenzug weihte Abraxas Gròr in die Geheimnisse der Hervorrufung ein. Als die Natur wieder erwachte und der Frühling hereinbrach, verließ Gròr den Turm und Abraxas, denn er hatte ja eine Aufgabe: Den Glauben Moradins in die Welt tragen. Er war neugierig, wie wohl die Tempel oberhalb der Erde aussehen mögen. Er verabschiedete sich von Abraxas, aber nicht ohne das Versprechen wiederzukommen.
So zog er Richtung Westen...